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Klares Denken · 7 Min. Lesezeit

Sechs Denkfehler, die ERP-Projekte versenken.

Survivorship Bias, Sunk-Cost-Falle, Verlustaversion: sechs Denkfehler, die in Lenkungsausschüssen still über Millionen entscheiden — mit sieben Gegenfragen für deine nächste Entscheidung.

Von Dominik Allgeier — Trainer & Coach bei Sarvon

Unser Steinzeithirn ist für die Savanne gemacht — nicht für ERP-Roadmaps, Lieferantenauswahl oder Personalentscheide. Wer die sechs häufigsten Denkfehler kennt, korrigiert sich, bevor es teuer wird.

Nr. 01

Survivorship Bias

Wir hören nur von den Erfolgreichen und verkennen, wie unwahrscheinlich Erfolg ist. Bewerte Wahrscheinlichkeiten, nicht die eine Referenz-Erfolgsgeschichte.

Nr. 02

Confirmation Bias

Wir biegen Fakten zurecht, bis sie ins eigene Weltbild passen. Selbst Ökonomen taten das vor der Finanzkrise 2008 — rückblickend erschien alles logisch, vorausgesagt hat es kaum jemand. Suche aktiv nach widersprechenden Hinweisen.

Nr. 03

Authority & Halo-Effekt

Titel und Status ersetzen sachliche Prüfung. Status ist kein Argument.

Nr. 04

Sunk-Cost-Falle

Bereits entstandene Kosten gehören in keine Zukunftsentscheidung.

Nr. 05

Verlustaversion

Mögliche Verluste wiegen schwerer als gleich grosse Gewinne.

Nr. 06

Self-Serving Bias

Erfolg uns selbst, Misserfolg den Umständen.

„Allem, was spektakulär, grell und laut ist, schreiben wir eine zu hohe Wahrscheinlichkeit zu."
Rolf Dobelli

Sieben Gegenfragen vor der nächsten wichtigen Entscheidung

  1. 01Was würde diese Entscheidung widerlegen?
  2. 02Entscheide ich wegen bereits investierter Kosten oder aus Ego?
  3. 03Wer hat die erste Zahl gesetzt, an der ich mich orientiere?
  4. 04Wie oft gelingt das grundsätzlich — nicht nur in diesem einen Fall?
  5. 05Vergleiche ich mit der besten Alternative oder nur mit dem Status quo?
  6. 06Welche Anreize hat, wer mir das rät?
  7. 07Würde ich heute neu einsteigen, wenn ich es nicht schon hätte?

Bias-Wissen allein schützt nicht

Der Bias Blind Spot ist selbst ein Denkfehler: Bei anderen erkennst du Denkfehler mühelos, bei dir selbst kaum. Wirkung entsteht erst, wenn die Gegenfragen als feste Checkliste an konkreten Entscheidungspunkten hängen — zum Beispiel vor jedem Lenkungsausschuss-Entscheid einmal durchgehen. Wissen allein reicht nicht.

Praxis-Einordnung

In ERP-Projekten kosten diese Denkfehler nicht erst im Nachhinein — sie kosten schon in der Angebotsphase. Der teuerste Moment ist, wenn ein Lenkungsausschuss eine Lieferantenentscheidung auf Basis einer einzigen Erfolgsgeschichte trifft statt auf Basis von Referenzquoten.

Quellen: Rolf Dobelli, „Die Kunst des klaren Denkens" und „Die Kunst des klugen Handelns"

Von der Theorie in die Praxis.

Genau diese Prinzipien üben wir im passenden Training an deinen echten Fällen — Inhouse, in kleinen Gruppen.

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