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Eskalation · 7 Min. Lesezeit

Reklamationen in fünf Phasen lösen.

68 % der Kunden wechseln, weil sie sich egal fühlen. Wer reklamiert, ist bereit für eine Lösung. Die fünf Phasen, mit denen Beschwerden zu Loyalitätsmotoren werden.

Von Dominik Allgeier — Trainer & Coach bei Sarvon

68 % aller Kunden wechseln den Anbieter, weil sie das Gefühl haben, dem Unternehmen egal zu sein — nicht wegen des eigentlichen Problems. Auf eine offen geäusserte Beschwerde kommen 6 weitere gravierende und 20–50 verschwiegene Fälle. Wer reklamiert, ist bereit, eine Lösung zu finden — und ist damit quasi ein kostenloser Unternehmensberater.

Phase 1

Begrüssung

Den Ton setzen — sachlich, präsent, zugewandt.

Phase 2

Zuhören & Aggressionen abbauen

Druck ablassen lassen, ohne sich anstecken zu lassen. Bei Endlosrednern hilft eine geschlossene Frage, das Gesagte wiederholen und um kurze Rückbestätigung bitten. Bei schreienden Kunden still bleiben, nicht verteidigen — der Angriff gilt fast immer der Firma, nicht der Person.

Phase 3

Konflikt bereinigen

Trennen, was Sache ist und was Emotion.

Phase 4

Problem lösen

Konkrete Schritte vereinbaren — verbindlich und nachvollziehbar. Zwei-Lösungen-Technik: immer zwei Optionen präsentieren, die bevorzugte zuletzt und mit einem klaren Vorteil verbunden.

Phase 5

Abspann

Beziehung stärken. Eine gut gelöste Reklamation ist Loyalitätsmotor.

Das 2-Stufen-Prinzip

Erstkontakt-Mitarbeitende brauchen Handlungsfreiheit für die meisten Fälle. Nur wirklich ungelöste Fälle eskalieren an ein zentrales Beschwerdemanagement — sonst wird aus jedem Ärger ein Verfahren.

Tempo zählt

Erste Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden — danach regelmässig informieren, auch ohne Neuigkeiten. Bei Grosskunden oder hohem Reklamationswert ein Follow-up-Gespräch am selben, spätestens am zweiten Tag. Schweigen wird als Desinteresse gelesen, nicht als Sorgfalt.

„Wie beruhigt man einen verärgerten Kunden? Indem Sie ehrliches Verständnis für dessen Situation zeigen."

Praxis-Einordnung

In der ERP-Welt heisst das: Der Support-Mitarbeiter, der als Erster ans Telefon geht, muss selbst zwei von drei Lösungen anbieten dürfen — sonst wird aus einem lösbaren Ärger eine Eskalation im Lenkungsausschuss.

Quellen: Fachliteratur zur lösungsorientierten Reklamationsbearbeitung und zum Beschwerdemanagement

Von der Theorie in die Praxis.

Genau diese Prinzipien üben wir im passenden Training an deinen echten Fällen — Inhouse, in kleinen Gruppen.

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